Müssen Helfer posten?

Die o.g. Frage war dieser Tage Gegenstand eines Gesprächs mit einer DRK Leitungskraft und veranlasste mich, sie im Rahmen einer Session beim Cross Media Day im DRK Landesverband Nordrhein e.V. in Düsseldorf zu thematisieren. Die nachfolgende Zusammenfassung der Session bezieht sich zunächst auf Ehrenamtliche im DRK, kann aber so auch auf hauptamtliche Mitarbeiter oder andere BOS übertragen werden.



Warum posten Menschen?

  • Sie wollen andere an ihrem (Er)Leben teilhaben lassen.
  • Sie sind stolz auf das, was sie tun.
  • Sie wollen andere begeistern von dem was ihnen Freude macht.
  • Sie freuen sich über Anerkennung.

Was hat das für Vorteile fürs DRK?

  • 430.000 Ehrenamtliche bedeuten 430.000 Multiplikatoren.
  • Unsere Helfer erreichen Menschen, die die Organisation eher nicht erreicht.
  • Postende Helfer übernehmen Verantwortung.
  • Positives Bild der Tätigkeiten des und im DRK.


Was ist zu beachten?

  • Keine Fotos von Patienten oder Betroffenen.
  • Fotos mit anderen Helfern bedürfen deren Einwilligung. 
  • Einsatztätigkeiten dürfen durch Fotografieren nicht verzögert oder behindert werden.
  • Zahlen oder Angaben zum Einsatz sind Sache der Pressesprecher.
  • Nicht aus einem laufenden Einsatz posten. Ausnahmen davon sind eher die Ausnahme. (Was für ein Satz!)
  • Wer als Mitglied des DRK postet, sollte sich auch in seinen anderen Posts bewusst sein, dass er als Mitglied des DRK wahrgenommen wird. 

Andere Ansätze

Es wird praktiziert, die Helferinnen und Helfer bei Sanitätswachdiensten zum Fotografieren zu ermutigen. Die Fotos werden an dafür benannte Öffentlichkeitsarbeiter geschickt, die kurzfristig freigegebene Fotos posten bzw. wieder an die Helfer schicken. Diese dürfen dann auch gepostet werden.
Ein Teilnehmer berichtete, dass in seiner Gliederung jeder Social Media Kanal bewertet wird. Somit ist klar, welcher Kanal für wen und wofür verwendet wird.
In der Session wird es vom breiten Teilnehmerkreis befürwortet, in die Helfergrundausbildung im DRK eine Einheit zum Thema "Meine Präsenz in Sozialen Netzwerken" einzubauen.


Fazit:

Meine Schlussfolgerung aus dieser Session ist eindeutig: Ja, Helfer sollen posten. Auch unter dem Aspekt, dass aus Helfern eventuell Führungskräfte werden. Hier übernehmen sie Verantwortung und tragen ggf. die Konsequenzen dafür. Die Angst vor negativen Folgen ist eher imaginär. Kritik ist noch weit entfernt vom Shitstorm. Ein Shitstorm kommt nur sehr selten auf, dauert, wenn er denn kommt, normalerweise keine drei Tage und richtet nur äußerst selten langfristigen Schaden an. Das hat im letzten Jahr ja bereits die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, Dorothee Bär in ihrer Keynote anlässlich des Cross Media Days in München sehr überzeugend ausgeführt.


Packen wir es an!

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