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Ich bin gerne beim Roten Kreuz

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Gerade wurde das Deutsche Rote Kreuz bei RTL durch das "Team Wallraff" unter Beschuss genommen. Dementsprechend ging es natürlich auch in den Sozialen Netzwerken ab. Und obwohl ich es besser wissen sollte, bin ich einmal mehr entsetzt über die Reaktionen in den Sozialen Medien, die durchaus in Richtung Shitstorm gehen. Aus meiner Sicht hat Günter Wallraff früher sehr gute investigative Arbeit geleistet und teilweise heftige Missstände in Unternehmen aufgedeckt. Seine letzten "Enthüllungen" haben mich aber doch recht enttäuscht. Vor allem seit er sie im Dienste von RTL durchführt. Da mag er einen großzügigen Geldgeber haben, aber die Ergebnisse sind schon sehr dürftig. Aber ganz ehrlich: Wer erwartet bei RTL Niveau und solide journalistische Arbeit? Eben. So ist auch die aktuelle "Reportage" über das DRK zu bewerten. Ja, ein paar Dinge haben mir schon Bauchweh bereitet. Vor allem die Dokumente, die bei den Spenden eine Zweckbindung vorgaukelten. Sowas geht

Hätte das Monster uns gefressen? - #Warntag2020

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Da saßen wir nun alle vor den Empfangsgeräten und haben auf den Alarm gewartet. Wir wollten extra nicht erschrecken und haben genau auf die Uhr geschaut und darauf gewartet, dass draußen die Sirenen heulen, das Smartphone über die Warn-App anspringt, im Radio Durchsagen gemacht werden oder was auch immer. Überwiegend geschah: Nichts. Natürlich ha be ich (und nicht nur ich)  die Lage in den Sozialen Netzwerken beobachtet. Auch, weil ich auf Facebookseiten, die ich betreue, entsprechende Posts vorbereitet hatte. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hatte ein sehr witziges Monstervideo vorbereitet.  Als nun die Alarme ausblieben, ließen auch entsprechende Kommentare nicht auf sich warten. Aufgrund der breit angelegten Informationskampagne im Vorfeld des #Warntag2020 waren eben auch die Erwartungen recht hoch gesteckt gewesen.  Nun könnte man natürlich, wie so oft, auf "den Staat" schimpfen, der nichts auf die Reihe kriegt. Das ist noch nicht einmal g

Warntag 2020 - Wer? Was? Wo? Warum?

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Am 10.09.2020 ist es soweit: Am ersten bundesweite Warntag werden in ganz Deutschland Warneinrichtungen aktiviert: Sirenen werden heulen, Warn-Apps werden einen Probealarm auslösen, Rundfunkdurchsagen werden gemacht werden und an Werbetafeln werden Warnmeldungen zu sehen sein. In manchen Regionen werden Lautsprecherwagen durch die Straßen fahren und entsprechende Meldungen verbreiten.  Warum das Ganze? Es gibt drei große Ziele:  Die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.  die Funktion und Ablauf der Warnungen verständlicher zu machen und  Auf die verschiedenen Warnmittel aufmerksam zu machen.  Außerdem ist der Warntag auch ein Test für die verschiedenen Warneinrichtungen.    Warum gerade jetzt? Wer mindestens 50 Jahre alt ist, dürfte sich noch erinnern, dass mindestens bis in die 1980er Jahre regelmäßig Sirenentests stattfanden. Im Vorfeld dieser Tests wurden die Sirenensignale in den Medien veröffentlicht. Es gab Warntöne für Warnung, Entwarnung und Feueralarm.  Damals herrsc

Schräger Humor?

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OK, jetzt habe ich einige von euch mit meinem Post bzw. Tweet erschreckt! Das tut mir natürlich leid. Das Foto mit dem SARS-CoV 2 aus Plüsch mit dem Zusatz "COVID-19 positiv" wurde doch von einigen Menschen missverstanden.  Abgesehen davon, dass Menschen aus dem Blaulichtmilieu sowieso einen etwas schrägen Sinn für Humor haben, hat diese Geschichte für mich noch einen besonderen Hintergrund:  Nachdem ich 2013 im Rahmen meines ersten Auslandseinsatzes für das Rote Kreuz mit einer üblen Infektion von den Philippinen zurückkehrte, war meine Frau alles andere als erfreut, als ich ihr im Herbst 2014 mitteilte, dass Freiwillige für die Bekämpfung der Ebola-Ausbreitung in Westafrika gesucht wurden. In der Zeit der Vorbereitung darauf lernte ich vieles über das Virus, die Übertragung, den Schutz davor und natürlich über die Bekämpfung. Hier spielte ja Boulevardpresse verrückt und schürte die Panik vor einer weltweiten Ausbreitung in wiederkehrenden Zyklen. Das machte die Akzep

Triage - schlimmer als Corona?

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Letzte Woche schreckte ein Bericht die Menschen auf. Deutsche Ärzte waren im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg nach Straßburg gefahren um sich über die Behandlung von COVID-19-Patienten zu informieren. Und natürlich über die Herausforderungen und Risiken. Natürlich kam das Ergebnis auch an die Presse . Und auch Medien, die ich sonst eher als nüchtern und sachlich bewerte, stellten einen Aspekt in den Mittelpunkt: Über 80jährige Patienten würden nach Triage nicht mehr intubiert und mit Morphin in den Tod begleitet. Sehr oft tauchte dies schon in der Überschrift auf.  Bei der aktuellen Unsicherheit und dem Informationswirrwarr wurde dieser Punkt von vielen aufgenommen. Und auf einmal sieht sich medizinisches Personal, das noch kurz zuvor beklatscht wurde, in der Situation, als "Opa- und Omamörder" hingestellt zu werden. Emotion schlägt Hirn. Mal wieder.   Eine der Schlagzeilen zum Thema Ich will zu diesem Thema ein wenig Klarheit schaffen. Triage Of

Neuer Virus - alte Flasche?

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Dieser superdämliche Post geistert in mehreren Varianten durchs Internet. Was mich daran am meisten entsetzt, ist die Tatsache, dass er oft von Menschen aus dem Gesundheitswesen geteilt wird:  Ganz einfache Erklärung: Der COVID-19 ist eine neue Version der bekannten Gattung der Coronaviren. Der SARS Virus zum Beispiel, der 2003 für viel Aufregung sorgte, ist ebenfalls ein Coronavirus.  Als COVID-19 entdeckt wurde, wurde zunächst die Bezeichnung "neuer Coronavirus" verwendet. Den jetzigen Namen erhielt er von der WHO - und das ist aus Gründen der politischen Korrektheit ein etwas komplexerer Prozess : Es darf keinen Namen enthalten (könnte Menschen diskriminieren), kein Land (würde ein Land diskriminieren wie z.B. die "Spanische Grippe") und auch keine Gegend oder Tier (aus denselben Gründen). Schlussendlich wurde die Bezeichnung CoViD-19 gewählt. Das steht für Corona Virus Disease von 2019.  Es gibt viel interessantes oder auch witziges auf Soziale

CoroNanu???

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Es ist "nur" ein kleiner Virus. Aber es ist  einfach unglaublich, was sich in den letzten Tagen wegen ihm abspielt. Ja, er macht Menschen krank. Ja, er ist ansteckend. Ja, für Menschen mit schwachem Allgemeinzustand kann er tödlich wirken.  https://twitter.com/Caethan13/status/1233676254936694785 W a s in der realen Welt wie auch im Internet abgeht, macht mir allerdings schwere Sorgen. Warum reagieren die Menschen so panisch, hysterisch, rücksichtslos, kriminell, aggressiv? Wir sind durch das Internet in der glücklichen Lage, uns Zugang zu mehr Informationen zu verschaffen, als wir es jemals hatten! Warum sind die Menschen nicht mehr in der Lage, dieses Vorrecht zu nützen? Wo ist diese Fähigkeit, das Hirn zu benutzen?  Leider haben wir uns schon so daran gewöhnt, unsere Befindlichkeiten und Gefühle in den Vordergrund zu stellen. Das fällt mir vor allem auf Twitter auf. Trifft aber auch auf andere Soziale Netzwerke zu. Wer viel jammert, klagt und seine Befindlichkeiten